Die Europäische Union zeigt es regelmäßig aufs Neue, altbekannte Monopolstellungen und innerstaatliche Absprachen zur Aufteilung des Marktes sollen aufgebrochen werden und somit den europäischen Konkurrenzen ein Zugang gewährt werden. Dies ist in vielen wirtschaftlichen Bereichen erkennbar, aber in kaum einem Zweig so erforderlich wie auf dem Stromsektor.

In Deutschland wurden viele Jahre die Strommärkte durch Stadtwerke und Zusammenschlüsse beherrscht. Nach der Privatisierung der Stadtwerke entwickelte sich in groben Zügen eine Vierteilung des Bundesgebietes und die größten Energiegiganten haben diese Bezirke unter sich aufgeteilt.

Doch die Liberalisierung des Marktes sorgt nun dafür, dass grundsätzlich jedem Stromanbieter der Markt geöffnet wurde. Und eben dies sollte für steigenden Wettbewerb und somit sinkende Energiepreise sorgen. Bis heute konnte dieser Wunschgedanke jedoch nicht vollständig in die Realität umgesetzt werden. Noch immer sind viele Anbieter räumlich beschränkt tätig, nur wenige wagen den Sprung in den gesamtdeutschen Markt. Dies soll an drei Beispielen erläutert werden:

Stromanbieter Hamburg

Aufgrund der Infrastruktur mit einem der größten Häfen in Europa ist Hamburg aus Sicht der Stromversorger ein ganz besonders lukrativer Markt. Dennoch sind hier größtenteils nur Vattenfall und die Energie Hanse GmbH tätig. Einige kleinere Anbieter wie Lichtblick (agiert überwiegen deutschlandweit) sind ebenfalls aktiv. Allerdings sucht man Giganten wie RWE oder EnBW hier vergebens.

Stromanbieter München

Sehr südlich gelegen ergibt sich ein völlig anderes Bild. Neben den ehemaligen Stadtwerken agiert hier vor allem E.ON Bayern, also ein anderer Stromgigant. Konkurrent Vattenfall ist hier nicht vertreten.

Und wenn man nun also diese Landkarte genauer betrachtet, so erschiene es einem, als wäre die ursprüngliche räumliche Aufteilung noch immer vorhanden. Ausgehend von aktuellen Stromnachrichten weicht sich dieses Bild jedoch erheblich auf. Denn inzwischen haben sich die großen Energieversorger bei verschiedenen Anbietern eingekauft, so dass eine klare Einteilung gar nicht mehr möglich ist.