In den Zeiten der Krise bieten immer mehr Restaurants das Essen zu einem Preis an, wo man sich fragt, wie das noch gehen kann. Da werden Mahlzeiten unter 3.- EUR verkauft und ganze Menüs gehen für 5.- EUR über den Tisch. Ist so etwas möglich, ohne an der Qualität zu sparen?

Grundsätzlich sind solche Preise tatsächlich auch bei frischem Essen noch gewinnbringend, es kommt aber ganz wesentlich auf die Anzahl der Gäste, auf deren Verweildauer und auf die Professionalität des Gastronoms an. Die Anzahl der Gäste spielt aus zwei Gründen eine Rolle. Erstens kauft man billiger ein, wenn man 200 Essen am Tag verkauft, als wenn es nur 20 Portionen sind und außerdem spielen die Fixkosten eine Rolle. Mache ich 200 x 0,50 Cent Gewinn, kann ich mehr bezahlen, als wenn ich nur 20 x 0,50 Cent Gewinn mache.

Natürlich spielen auch die Getränke eine Rolle. Hier wird oft kompensiert, was beim Essen verloren wird. Eine Tasse Kaffee bringt mehrere Hundert Prozent Gewinn, auch bei Bier und Cola ist die Gewinnspanne gut. Es geht also, ein frisch gekochtes Essen für 2,50 EUR anzubieten und trotzdem Geld zu verdienen.

Die schwarzen Schafe der Branche erkennt man oft schon am Geruch. Altes Fett riecht aus der Küche, Gastraum und Tische sind ungepflegt. Statt frischen Salat oder Gemüse zu servieren, werden die Gerichte mit Soßen aus der Tüte ertränkt. Fisch gibt es immer mit einer stark gewürzten Soße, um den alten Geschmack zu übertünchen. Das grenzt bei manchen Wirten schon an Körperverletzung, denn mit einer Fischvergiftung ist nicht zu spaßen.

Eigentlich braucht man nur seine Sinne zu schärfen und den Verstand etwas anzustrengen und man findet ganz von alleine heraus, wo preiswert und wo billig gekocht wird.