Photovoltaik hat EU-weit im letzten Jahr erstmals die Wasserkraft überholt. Eine Tatsache, die einige Deutsche und Österreicher überraschen dürfte. Der Trend zeigt in Richtung Energieressourcen, die nachhaltig zu Verfügung stehen – das ist allgemein bekannt. Die Photovoltaik, also die direkte Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie, nimmt in dieser erfreulichen Entwicklung allerdings einen zunehmend zentralen Platz ein. Wer selbst etwas beitragen möchte, dem stehen durchaus Möglichkeiten offen. Überregionale Initiativen wie das 100.000-Dächer-Programm unterstützen den Bau privater Solaranlagen und machen den Einstieg für alle Interessierten leichter. Hat man sich auch noch gleich bezüglich Firmen im Bereich Photovoltaik schlau gemacht, hält man das wichtigste in der Hand, um ernsthaft über die eigene Solaranlage nachzudenken. Man bedenke: die als Licht auf der Erde auftreffende Menge an Sonnenenergie beträgt das 10.000 fache des Primärverbrauchs der gesamten Menschheit.


Geschichte der Photovoltaik

Der photoelektrische Effekt wurde bereits 1839 vom französischen Physiker Alexandre Edmont Becquerel entdeckt, doch erst Albert Einstein konnte den Photoeffekt (Photovoltaik) richtig erklären – wofür er 1921 auch den Nobelpreis für Physik bekam. Erste Photovoltaikzellen kamen im Bereich der Satellitentechnik zur Anwendung, die verstärkte Nachfrage der Raumfahrt führte in den 1960er Jahren zu entscheidenden Fortschritten im Bereich der Photovoltaik. In den Jahrzehnten danach wurde verstärkt versucht, die Erschließung dieses Energiewandlers durch technische Fortschritte auch wirtschaftlich interessant zu machen, bedingt durch Energiekrisen und gestiegenes Umweltbewusstsein. In Deutschland wurde 2010 erstmals die Grenze von 10 Gigawatt überschritten, in den vergangenen 10 Jahren entstanden 50.000 neue Arbeitsplätze in der Photovoltaik-Branche.

Photovoltaik und privates Kleinkraftwerk

Der photoelektrische Effekt findet mit Hilfe von Solarzellen, die zu sogenannten Solarmodulen verbunden werden, in Photovoltaik-Anlagen statt. Zusätzlich werden benötigt: Wechselrichter zur Aufbereitung des Solarstroms ins Netzqualität, Laderegler zur Kontrolle der Lade- und Entladevorgänge in der Solarbatterie, welche schließlich zur Speicherung des erzeugten Gleichstroms dient. Das Tolle dabei ist: die erzeugte Elektrizität kann entweder selbst genutzt, gespeichert oder in Stromnetze eingespeist werden. Das Stromeinspeise-Gesetz hat ebenso wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Boom bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland ausgelöst. So hat die Energieerzeugung mittels Photovoltaik 2010 nicht nur die 10.000 GW-Marke übersprungen, sondern noch im selben Jahr eine kumulierte installierte Leistung von 17,2 GW erreicht.

Das sind überaus beeindruckende Zahlen. Und doch nur ein Anfang. Im Jahr 2010 wurden fossile Energien weltweit mit 500 Milliarden Dollar subventioniert. Im Jahr 2011 kam es in Japan als Folge des Tokoku-Erdbebens zur Nuklearkatastrophe von Fukushima mit weitreichenden Folgen über Japan hinaus. In Deutschland deckt der allein Energieträger Mineralöl 33 Prozent des Primärenergieverbrauchs, Kernenergie über 10 Prozent. Photovoltaik, Wasser- und Windkraft zusammen teilen sich gerade einmal 2 Prozent.