Forex – Der Devisenhandel – Die Bezeichnung Forex leitet sich von „Foreign Exchange Market“ ab und ist die Bezeichnung für den weltweiten Devisenhandel. Forex ist mit einem Tagesumsatz von weit mehr als 1,9 Billionen US-Dollar der größte Handelsplatz der Welt. Beim Forex-Handel wird auf Kursentwicklungen zwischen zwei Währungen spekuliert, um bei entsprechenden Kursänderungen Gewinne zu erzielen. Ein Forex-Trade ist das zeitgleiche Verkaufen einer Währung und das Kaufen einer anderen Währung zum ausgehandelten Wechselkurs. Es sind über 150 Währungspaare handelbar, tatsächlich werden aber vornehmlich die fünf Haupt-Währungen US-Dollar, EURO, britisches Pfund, YEN und Schweizer Franken gehandelt.

Die Kurse am Forex Markt werden immer in Paaren angegeben. Bestände im Forex Handel werden oft nur wenige Minuten oder Stunden gehalten und dann wieder verkauft (glattgestellt). Daher bleibt das Risiko für die Bank minimal, da in dieser kurzen Zeit nur geringe Kursschwankungen erfolgen.
Die Kosten für ein einzelnes Handelsgeschäft werden nicht – wie beim Wertpapierhandel üblich – zusätzlich geltend gemacht. Sie offenbaren sich in der kleinen Differenz zwischen dem Ankaufskurs (Geldkurs) und dem Verkaufskurs (Briefkurs), dem sogenannten Spread.
Im Gegensatz zum Aktien- und Wertpapiermarkt findet der Devisenhandel nicht zentral an der Börse statt. Geschäfte zwischen Verkäufern und Käufern werden hauptsächlich via Internet und Telefon abgeschlossen.

Der Forex-Handel war lange Zeit ausschließlich den Banken vorbehalten. Inzwischen ist der Markt auch für Privatanleger und Fonds geöffnet. Der überwiegende Teil des Devisenhandels bleibt jedoch Interbankenhandel. Neben Kreditinstituten beteiligen sich auch große Industrieunternehmen und Versicherungen, private Devisenhändler, Devisenmakler (Broker) und Handelshäuser am Devisenmarkt.

Es gibt eine Unterscheidung zwischen dem Devisenkassahandel und dem Devisenterminhandel. Devisenkassageschäfte werden innerhalb von zwei Bankarbeitstagen abgewickelt, wohingegen bei den Devisentermingeschäften beim Geschäftsabschluss zwar ein Wechselkurs festgelegt wird, die Abwicklung des Geschäfts jedoch erst später erfolgt. Die Zeitspanne beträgt hier zwischen drei Bankarbeitstagen und mehreren Monaten.
Eine große Anzahl von Transaktionen am Devisenmarkt dienen der Risiko-Absicherung. So werden viele Exportgeschäfte und Wertpapieranlagen über Devisentermingeschäfte gegen Kursschwankungen abgesichert.

Eine internationale Aufsicht über die Devisenmärkte gibt es nicht. Soweit nämlich die Marktakteure als Kreditinstitute gelten, unterliegen sie der Bankenaufsicht ihres Landes.
Die Zentralbanken spielen eine übergeordnete Rolle, denn sie können aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen in den Markt eingreifen, um zum Beispiel das Devisenmarktgleichgewicht wiederherzustellen.

Der Forex-Markt kann aus diversen Gründen auch für Privatanleger sehr anziehend sein: Devisenhandel bietet uneingeschränkte Liquidität. Es ergibt sich daraus eine sicherere und faire Kursbestimmung ohne die vielen Beeinflussungen, die am Aktienmarkt oft zu beobachten sind.