Welcher Spediteur kennt das nicht: Ich habe einen LKW, aber keine Ladung. Ich habe eine Ladung, aber keinen LKW. Welcher Disponen in einer Spedition oder im Fuhrbetrieb kennt diese Situation nicht? Um den hektischen Dispositionsalltag zu erleichtern, wurden Frachenbörsen entwickelt. Mit Hilfe dieser Webanwendungen erhält der Transportunternehmer auf seinem Bildschirm eine Auswahl an freien LKW-Kapazitäten beziehungsweise Ladungen, so dass er schnell und zielgerichtet seine Sendung verladen oder das Fahrzeug optimal auslasten kann.?Der Einsatz einer Fracht- und Laderaumbörse ist für viele Transportunternehmer ein unverzichtbares Instrument. Erst durch ihre Hilfe können Spediteure und Frachtführer die Auslastung ihrer Kapazitäten optimieren. Manche Unternehmer lassen sich jedoch schnell von kostenlosen bzw. kostengünstigen Frachtenbörsen anlocken, meist auf Kosten der Sicherheit. Dabei haben es gerade hier „Schwarze Schafe“ bekanntlich sehr einfach. Aus einer effizienten Disposition sind Fracht- und Laderaumbörsen hierzulande schon seit knapp zwanzig Jahren nicht mehr wegzudenken. Angesichts der Einführung der Maut, die für Spediteure und Fuhrunternehmer mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, wird dieses Planungsinstrument zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Während Leerkilometer schon heute ein empfindliches Loch in die Kasse der Transporteure reißen, können sie nach der Mauteinführung für einzelne Spediteure oder Frachtführer schlimmstenfalls sogar ins wirtschaftliche Aus führen. Daher ist es ganz wichtig, auf’s richtige Pferd zu setzen. Die Preismodelle der verschiedenen Anbieter von Frachtenbörse sollten in diesem Zusammenhang kritisch durchleuchtet werden. Die Börse mit der niedrigsten Grundgebühr muss keinesfalls zwingend unter dem Strich die günstigste sein. Durch Gebühren, die pro angesehenem bzw. eingegebenem Angebot anfallen, kann der intensive Einsatz einer Fracht- und Laderaumbörse den Nutzer unter Umständen sehr teuer zu stehen kommen. Ebenso können sich Online-Frachtenbörsen als Kostengrab erweisen, da für die gesamte Verbindungsdauer Telefon-/Internet­gebühren anfallen. Um keinesfalls die sprichwörtliche Katze im Sack zu kaufen, ist daher ein Test der Börsen, die der Disponent näher in Betracht zieht, dringend anzuraten. Denn nur so lässt sich ermitteln, ob die Nutzungsgebühren tatsächlich sinnvoll angelegt wären.